Leseproben

Lovely Christmas – Dolce Vita im Schnee

Lovely Christmas – Dolce Vita im Schnee

»Wenn Sie das Frühstück nicht servieren wollen, dann sagen Sie das. Es ist kein Problem für mich, das zu übernehmen. Im Gegenteil. Ich weiß selbst am besten, was ich möchte.«

Lena erschrak ob der scharfen Worte. Besonders aufgrund des letzten Satzes, der wie auf sie hin gehackt geklungen hatte. Was war ihm denn nun über die Leber gelaufen? Sie hatte doch gesagt, dass sie sich mit dem Frühstück bei ihm bedanken wollte. Männer! Sie konnte gut und gerne in der nächsten Zeit auf alle Kerle verzichten. Auf diesen hier und auch auf Otti. Sie nahm sich vor, noch heute mit ihm Schluss zu machen und abzureisen.

»Keine Sorge! Ich werde Ihren Geschmack bestimmt treffen. Außer Sie wollen Spanferkel als Morgenmahlzeit!« Sie warf mit einem heftigen Klaps auf den Schalter das Licht in der Küche an.

»Ham and Eggs reicht, wenn Sie mich schon so liebevoll fragen.« Die Arme verschränkt lehnte er sich in die offene Tür.

»Na dann!« Sie startete die Kaffeemaschine und stellte mit Schwung die erste Tasse darunter. »Espresso? Schwarz? Wie die Italiener ihn lieben?«

»Täglich mindestens zehn.« Aus dem Augenwinkel bemerkte sie sein Grinsen.

»Erwarten Sie nicht, dass ich Ihnen jede einzelne Kaffeetasse serviere.« Sie drückte auf den Knopf, ein lautes Geräusch zeugte davon, dass die Bohnen gemahlen wurden.

»Doch. Und am liebsten mit Küchenschürze und nichts darunter.«

Lena stemmte die Hände in die Hüften. »Hat Ihnen schon jemals eine Frau gesagt, dass Sie verdammt sexistisch und mindestens genauso unverschämt sind? Und das schon am frühen Morgen?«

»Niemals. Normalerweise schnurren alle wie Kätzchen.« Sein feuriger Blick traf sie und sie fühlte sich magisch angezogen. Aufgewühlt rang sie nach Atem. Gleich darauf fasste sie sich wieder.

»Ha! Dann tu ich das. Sie sind sexistisch, selbstherrlich und verdammt unverschämt. So. Jetzt wissen Sie das.« Der Kaffee war durchgelaufen. Sie griff nach der Tasse und streckte ihm den Arm hin. »Hier, Ihr erster und letzter Espresso, den ich Ihnen in Ihrem Leben serviere.«

»… und wenn ich diesen Service gerne öfter in Anspruch nehmen würde?« Er sah sie herausfordernd an.

»Keine Chance.« Sie drehte sich abrupt um. Denn etwas in ihr warnte sie, dass sie gar nicht so abgeneigt war, wie sie gerne wäre.

»Schade«, hörte sie ihn hinter ihrem Rücken sagen.

Ein Kribbeln schoss durch ihren Körper und löste ein sanftes Schwingen aus und die Sehnsucht nach mehr als nur einem morgendlichen Geplänkel. Sie schloss die Augen und atmete tief ein und aus, um die Emotion zu vertreiben. Dann ließ sie ihren Kaffee in die Tasse laufen, nahm sie und führte sie an die Lippen.

»Autsch! Heiß!«, rief sie, weil sie sich verbrannt hatte.

»Ist mir gestern auch passiert. Mit dem Tee«, gab Leonardo kühl von sich.

»Und was sagt mir das?«

»Dass wir beide etwas gemeinsam haben«, kam versöhnlicher von ihm rüber, als gerade noch zuvor.

»Komische Gemeinsamkeit.« Sie wedelte mit der Zungenspitze an der Luft.

»Besser als nichts. Oder?« 

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Italian Casanova – Romance Short Story

ItalianCasanovaCover4

Nach einem raschen Mittagessen setzte ich mich in eine Cafeteria auf der Piazza San Marco. Dem riesigen und bekanntesten Platz schlechthin, mit Blick auf den Campanile, dem Glockenturm, und die Basilica di San Marco. Mir war egal, dass der Kaffee hier um vieles teurer war als irgendwo in der italienischen Einöde. Die Tauben flatterten herum, Touristengruppen zogen vorbei. Ich lehnte mich in den Korbstuhl, schloss die Lider und genoss zum ersten Mal seit langem wieder das Gefühl der Freiheit. Freiheit? Ich rückte mich gerade und riss die Augen auf. War ich jetzt tatsächlich Single? Ein Schauder lief mir über den Rücken. Ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt Single sein wollte.

»Ciao! Signora! Che bella serata!«

Ich drehte mich dem Sprecher zu. Der ergriff soeben den leeren Stuhl neben mir und pflanzte sich ungefragt darauf. Er schenkte mir ein unwiderstehliches Anmachlächeln. Verdammt! So einen brauchte ich. Schnulziger Italo-Bad-Boy mit dunkler Sonnenbrille, einem unverschämt charmanten Lächeln und einer Wahnsinnsfigur. Nein danke!

»Senta, scusi! Vorrei un Espresso!«, rief er in Richtung Kellner über die Köpfe der anwesenden Gäste hinweg. Dieser nickte und verschwand mit dem Tablett nach drinnen.

Mir blieb der Mund offen. Wann hatte ich eine solch unwiderstehliche Unverschämtheit zuletzt erlebt? Hatte ich so etwas jemals erlebt? Ich atmete prustend aus. Der attraktive Italiener schwätzte in der Zwischenzeit mit mir in seiner aufregenden Sprache, die in meinen Ohren wie Musik klang.

»Ich … ich verstehe kein Wort«, warf ich mager nach einer Weile ein und zog entschuldigend die Stirn kraus. Mit einer Geste versuchte ich, meinen gestotterten Satz zu unterstreichen, damit er verstand.

»Non c’è problema, bella ragazza! Ick sprecke ein bissken Deutsch.«

Der Akzent war zum Knutschen süß. Typisch italienischer Aufreißer. Es gab jedoch ein Problem. Ich stand nicht auf italienische Aufreißertypen. Also, nicht in Wirklichkeit. Auch wenn dieses Exemplar hier so heiß aussah, dass ich gedanklich versucht war, den Abend mit ihm zu genießen. Doch ich hatte genug andere Probleme, um die ich mich kümmern musste. Da passte ein italienischer braungebrannter Macho mit Bademeistereinschlag auf keinen Fall dazu.

»Es tut mir leid, aber der Platz ist schon besetzt. Sie …«

»Un Espresso, prego!«, unterbrach der Kellner meinen begonnenen Bemühungen, den Bademeister loszuwerden.

Der Italiener grinste, nahm die winzige Tasse zur Hand und trank einen Schluck. Tja, viel mehr war sowieso nicht drin.

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Oliven voller Liebe – Liebesroman (Band 4 der Ciao-Reihe)

»Komm«, sagte Luca und nahm mich an der Hand.

»Wohin gehen wir?«

»Zuerst zu Nonna in die Küche. Vater kommt später dazu. Ich werde mit ihm reden.«

»Da soll ich dabei sein?« Mich gruselte. Hätte er nicht alleine mit ihm sprechen sollen? In aller Ruhe und ohne mich? Dem eigentlichen Grund für möglichen Streit? Besser wäre es, ich würde mich verstecken. Oder gleich abhauen. Vielleicht könnte man das Kind wegmachen. Ich schüttelte mich. Nein! Es war mein Kind. Unser Kind. Niemals würde ich es töten. Niemals!

Nonna servierte uns das Abendessen. Bis jetzt war es nicht oft vorgekommen, dass ich im Haus aß. Wir Arbeiter waren da nicht willkommen.

»Schau nicht so ängstlich!« Luca strich mit den Fingern über meine Wange.

Nonna musterte mich.

Fast kam es mir vor, als ob sie mein Geheimnis erahnen würde. Ihr Blick brannte mir ein Loch in den Bauch. Schützend legte ich die Hände darum. Trotzig sah ich auf.

In ihrem Gesicht spiegelten sich die Emotionen. Zuerst wirkte sie erschrocken, dann staunend. Sie sah von Luca zu mir und wieder zurück. Und endlich! Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ihr Blick weich.

»Ihr erinnert mich an meinen Mann und mich. Uns ging es ähnlich, als wir heiraten wollten.« Sie sagte es, grinste und wendete sich ihren Töpfen zu.

»Wie kommst du darauf?«, fragte Luca absurderweise.

»Wir waren so glücklich wie ihr. Und noch Kinder.« Ohne sich zu uns umzudrehen, sprach sie weiter. »Mein Vater hätte mich verstoßen, wenn er gewusst hätte, dass ich schwanger war, als Enzo um meine Hand anhielt.«

»Nonna!«, rief Luca. »Du glaubst doch nicht, dass …«

»Du musst es mir nicht sagen. Ich sehe es. Oh, dio mio! Was wird dein Vater dazu sagen?« Sie faltete die Hände und richtete sie mit einem dramatischen Augenrollen gegen den Himmel.

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Undercut Liebe – sinnlicher Liebesroman (Band 3 der Ciao-Reihe)

Ciao 3 ebook

»Dieses Kostüm ist genial!«, rufe ich vor Begeisterung aus.

Paolo steht ganz nah neben mir. Fast kann ich seinen Atem an der Wange spüren und mich durchfährt ein sinnliches Kribbeln. Wir betrachten einen Frauentorso, der einen BH und ein Höschen aus silberfarbenen Metallteilen trägt. Die Arbeit ist sehr filigran und verschnörkelt und durch feingliedrige Ketten verbunden. Ein wunderschönes Stück Handwerkskunst.

Ein Raunen klingt aus Paolos Mund und es vibriert bis in meinen Unterleib.

»Darin würde ich dich gerne malen.«

Ich atme pfeifend aus. Erst jetzt ist mir bewusst, dass ich den Atem angehalten habe.

»Ich würde dir gern Modell stehen.«

»Veramente? Wirklich?« Er legt den Arm um mich und zieht mich an sich. Und dann passiert das, was immer in solchen Momenten passiert. Wir küssen uns.

Zuerst ist es ein verspielt zärtliches Berühren der Lippen des anderen, dann tastet sich seine Zunge vorwärts und dringt genussvoll in meinen Mund. Währenddessen gleiten seine Hände über meinen Nacken und den Rücken und ich dränge mich näher an ihn, denn er löst in mir ein sehnsuchtsvolles Pochen nach mehr als nur dem aus.

Ich schlinge meine Arme um seine Körpermitte und fühle die jugendliche Kraft an seinem Körper. Heiß durchzuckt mich ein Schauer der Lust und schon bin ich gefangen im Kanal, der nur ein Ziel vor Augen hat: die sexuelle Erfüllung. Dass es ihm nicht anders geht als mir, merke ich an seinen intensiven Küssen, seinem Stöhnen und nicht zuletzt an seiner Erektion, die wie auf Befehl mehr als vielversprechend gegen meinen Unterleib drückt. Himmel! Ist Venedig schön!

Heftig atmend lösen wir uns voneinander. Sein Blick ist verhangen und meiner bestimmt auch. Rund um uns läuft die Welt in gewohnt turbulenten Bahnen. Doch im Moment des Kusses waren da nur die Gondeln, die still auf dem Wasser schaukelten, und wir.

»Lass uns den Campanile erobern«, sagt mein Reiseführer, packt mich an der Hand und zerrt mich von der Auslage weg. Beinahe überfährt er meine soeben erwachten Gefühle mit seiner Spontanität. Doch ich mag diese jugendliche Frische, die mich aus meiner lethargischen Grübelei holt. Deswegen folge ich ihm prompt.

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Lifeguard Liebe – sinnlicher Liebesroman (Band 2 der Ciao-Reihe)

Ciao 2 ebook

Chris:

Die Aufforderung nahm ich mehr als gern an. Langsam schlenderte ich neben ihr die Strandpromenade entlang. Da fiel mir ein, wie ich sie gestern kennengelernt hatte. Warum war ich nicht früher darauf gekommen? Himmelherrgott noch mal!

»Sag mal, hast du deinen Ehering schon gefunden?«

»Nein«, sie seufzte. »Weißt du, vielleicht ist das ein Zeichen …«

Sie fuhr durch ihre schulterlangen, dunklen Haare, anschließend rieb sie ihren Nacken. Wie sollte ich auf diese Ansage reagieren? Wenn ich mich in all den vergangenen Monaten mit den Frauen beschäftigt hätte und weniger mit der Arbeit …

»Geht es dir nicht gut in deiner Ehe?«

»Ich weiß nicht, warum ich dir das erzähle, aber, nein, es geht mir nicht gut. Seit Jahren nicht mehr. Und seit gestern … nein … wahrscheinlich sogar schon länger … vergiss es!«

Was? Was sollte das jetzt? Ich hätte sie am liebsten in den Arm genommen. Diese Frau brauchte nicht nur einen Beschützer, sondern jemanden, der ihr zuhörte. Ob ich allerdings der Richtige dafür wäre? Davon überzeugt war ich nicht, denn so unsicher, wie sie mich machte, hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Nicht einmal damals.

»Er schlägt mich.«

Ich blieb stehen. Sie ging noch ein paar Schritte, dann stoppte auch sie und wendete sich mir zu. Sie sah mir voll ins Gesicht und wirkte dabei so entrückt, als ob sie sich selbst erst darüber klarwerden musste, was sie eben gesagt hatte.

Sie ging auf mich zu. Dann hob sie ihren rechten Arm und legte ihre Hand an meine Wange.

»Du tust das nicht mit Frauen. Oder?«

Fast hätte ich sie auf der Stelle an mich gezogen. Aber nachdem ich nicht wissen konnte, wo ihr Mann sich befand und ob er uns nicht schon die längste Zeit beobachtete, schüttelte ich einfach nur den Kopf. Ich nahm ihr Handgelenk und führte ihren Arm wieder nach unten. Denn, so kam es mir jedenfalls vor, hatte sie schlicht vergessen, dass ihre Hand noch immer an meiner Wange lag. Obwohl die Berührung unendlich gut tat und nach mehr verlangte. Nach wesentlich mehr …

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Ein Sandkorn voll Liebe – sinnlicher Liebesroman (Band 1 der Ciao-Reihe)

Ciao 1 ebookBei dem Gedanken, dass sie mit Leo eine Stunde lang allein sein würde, erhoben sich in Hanna die Flugdrachen und tanzten vor Freude zu dem sommerlich-stimmungsaufhellenden Italo-Song, der soeben aus den Lautsprechern drang. Sie schmunzelte. Er nahm seinen Kaffee in Empfang und rührte darin. Er hob die Tasse und setzte sie an den Mund. Reflexartig fuhr Hanna sich beim Anblick seiner mit dem Daumen über ihre prickelnden Lippen.

»Verdammt! Heiß!« Mit schmerzvoll verzerrtem Gesicht stellte er die Tasse auf den Untersetzer.

»Ja«, sagte sie und meinte den sehnsuchtsvollen Schmerz nach Nähe, den Leo in ihr auslöste.

Fragend sah er sie an, während er an seiner Oberlippe kaute.

»Ich würde dir den Schmerz gerne wegküssen. Aber ich weiß nicht, ob ich mich traue, dich mit ins Hotelzimmer zu nehmen.«

Überrascht zog er die Augenbrauen hoch. Dann wechselte das Leuchten seiner Augen in ein gefährliches Blitzen.

»Hanna«, sagte er, »du solltest nicht so reden … ich …«

Was war jetzt los? Hatte sie etwas Falsches gesagt? Vielleicht wollte er sie gar nicht mehr? Vielleicht war das schon alles und er wollte ihr nur noch sagen, dass sie alles vergessen sollte …

»Hanna«, begann er noch einmal, »du solltest nicht so reden, denn … es macht mich unglaublich an. Du … machst mich unglaublich an.«

Er sagte es beinahe entschuldigend und hob kurz die Hand, als ob er nach ihrer greifen wollte, zog sie jedoch rasch zurück. Hanna grinste und sie kam sich dabei vor, als ob sie ihren Verstand verloren hätte. Sie saß hier mit einem Mann, der nicht ihrer war, ihr Herz quoll über vor Liebe und er entfachte ein Feuer der Lust in ihr, dass sie mindestens genauso verbrannte wie ihn der heiße Kaffee.

»Wir sollten nichts überstürzen«, sagte sie, obwohl sie genau das am liebsten getan hätte.

Wieder sah sie sich in weißen Laken im Himmelbett mit Leo, wie sie sich liebten bis zur vollkommenen Ekstase. Hanna hatte ewig keinen Sex mehr gehabt, der auch ihre Seele erreichte. Leo erreichte sie, indem er ihr lediglich gegenübersaß.

»Hanna, ich würde dich jetzt unglaublich gerne küssen … und mehr. Ich habe das heute wahnsinnig genossen.« Er wirkte dabei so unruhig wie ein kleiner Junge, der vor lauter Freude über den neuen Welpen nicht stillsitzen konnte.

»Ich auch.« Ein verliebtes Lächeln konnte sie sich nicht verkneifen.

»Wir werden uns wiedersehen. Ganz bestimmt. Versprichst du mir das?« Jetzt schien er unsicher, fast wie der kleine Junge, der nicht alleine im Krankenhaus bleiben wollte. »Bitte, Hanna!«

»Versprochen. Ich … ich sollte das zwar nicht, aber … ja, ich möchte dich auch wiedersehen. Zu Hause dann.« Sie hätte ihn so gerne berührt, ihn getröstet, aber sie traute sich nicht. Falls sie doch jemand dabei ertappte …

Leo ergriff jedoch ihre Hand und führte sie zu seinen Lippen. Mit einem Blick, der ihre Seele berührte, küsste er zart ihre Fingerknöchel und hauchte ein »Danke« darauf. Dann ließ er sie wieder los und rührte endlos in seinem Kaffee. Als Hanna nach ihrer Tasse griff, zitterte sie. Sie musste sich konzentrieren, damit sie nichts vom Inhalt verschüttete. Im Hintergrund ertönte abermals ein Lied, dessen Klang sie daran erinnerte, dass sie in Italien auf der Hotelterrasse saß. Beinahe hätte sie gedacht, sie wäre im Himmel …

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Nackt naschen, Band 2 – erotische Liebesgeschichten

Nackt Naschen 2 eBook

U-Bahn

„Irgendwann spreche ich ihn an, dachte ich mir damals. Oder nein. Doch nicht. Auf meiner Fahrt ins Büro sah ich fast täglich den gleichen Mann. Er stieg eine Station nach mir ein und hielt sich in der Mitte des Waggons an der Stange fest. Egal ob in Sommer- oder Winterkleidung, er sah so umwerfend aus, dass ich froh war, wenn ich einen Sitzplatz hatte, damit ich nicht aus lauter leidenschaftlicher Blutleere in meinem Kopf umfallen konnte. Ich war aber auch froh, wenn die U-Bahn voll war und ich stehen musste, dass das Umfallen aufgrund der Enge zu einem Drahtseilakt wurde. Oder so. Verdammt! Er verwirrte mir nicht nur meine Gedanken, sondern meine Sinne generell.

Ich war Single. Der Mann trug keinen Ehering. Ich hatte ihn bis jetzt noch nie in weiblicher Begleitung gesehen. Vermutlich fuhr er zur selben Zeit wie ich zu seiner Arbeit. Und ich sollte nichts Anderes als das im Kopf haben. Aber wenn er mir begegnete, wurde mir nicht nur ums Herz ganz warm, sondern auch an intimerer Stelle. Ich wollte dann nicht ins Büro fahren, sondern ihn am Arm schnappen, ihn in den dunkelsten Winkel meiner Liebeshöhle zerren und dort über ihn herfallen wie eine halb verhungerte Steinzeitfrau über das erste Stück Mammutbraten nach einer ewig langen Hungerszeit.

Doch ich saß, gelegentlich stand ich, da und starrte ihn an, wenn er nicht hersah. Und ich senkte schüchtern den Blick, wenn er den Kopf drehte und ich in seinem Sichtfeld erschien. Das heißt, manchmal sah ich schnell einfach nur einen anderen Menschen an und tat so, als ob ich die Knöpfe der Jacke zählen würde. Oder ich blickte rasch aus dem U-Bahnfenster und studierte die Tunnelwand, als ob sie sich über Nacht verändert hätte, nur um seiner Aufmerksamkeit zu entrinnen. Ab und zu nahm ich mir sogar ein Buch aus der Tasche, nur um so zu tun, als ob ich lese, damit er nicht merkte, wie ich ihn beobachtete.

Seit gut einem halben Jahr lief beinahe täglich das gleiche Spiel. Ich stieg bei meiner Arbeitsstelle aus, er blieb in der U-Bahn stehen. Hin und wieder streifte ich ihn beim Vorbeigehen am Arm. Das genoss ich besonders. Ich fühlte, wie diese kurze Berührung sich kribbelnd in mir breitmachte und mich in eine herrlich erregende Stimmung versetzte. So, als ob wir füreinander bestimmt wären. Wie Protagonisten aus Liebesromanen, die gar nicht anders können, als sich nach endlos sehnsuchtsvoller Zeit voller Intrigen und Wirrungen endlich um den Hals fallen und direkt auf die Befriedigung zusteuern. So nah an ihm atmete ich sein Aftershave gemischt mit seinem maskulinen Eigenduft tief in mich ein. Den ganzen Tag über bekam ich diesen Duft nicht mehr aus der Nase. Und so schwebte ich verliebt und voller Sehnsucht stundenlang auf Liebeswolken dahin, während ich brav meiner Arbeit nachging.

Ich hatte mich sogar dabei ertappt, dass ich im Drogeriemarkt in der Parfumabteilung wie eine Irre den Duft suchte. Die Verkäuferin beobachtete mich dabei, wie ich ein Fläschchen nach dem anderen öffnete und daran schnüffelte. Sie sah mich streng an und am liebsten wäre ich vor Scham im Erdboden versunken. Schließlich half ich mir mit der klitzekleinen Lüge aus dieser Misere, dass ich meinem Freund so gerne jenes Parfum kaufen würde, von dem ich absolut nicht mehr wisse, wie es hieße. Sie lächelte verständnisvoll und reichte mir so lange die unterschiedlichsten Flakons, bis ich den unwiderstehlichen Geruch gefunden hatte.

Auf meinem Nachttisch bekam das Parfum einen Ehrenplatz. Bei Bedarf roch ich daran und freute mich nicht auf die Arbeit selbst, sondern auf die U-Bahn-Fahrt am Montagmorgen. Aus dem einfachen Grund, weil ich nach wochenendlicher Abstinenz endlich wieder schauen konnte, welche Kleidung er am Morgen angezogen hatte.

Mittlerweile kannte ich den Inhalt seines Kleiderkastens auswendig, obwohl ich ihn noch nie in Wirklichkeit geöffnet hatte. Ich kannte auch seine Socken. Er trug grundsätzlich schwarz, was ihn mir sehr sympathisch machte. Einmal hatte ich gesehen, dass seine Boxershorts – ich vermutete, dass es sich um enganliegende handelte, denn Falten konnte ich unter den Jeans an seinem knackigen Hintern noch nie entdecken – Rot war. Wie gerne würde ich ihn nur darin bekleidet sehen oder überhaupt gleich ganz nackt! Wenn ich abends einsam im Bett lag, roch ich oft an dem Parfum und stellte mir im Geiste sein Gesicht vor und wie er mich anlächelte. In Gedanken senkte er die Lippen auf meine und wir verschmolzen zu einem unglaublich sinnlichen Kuss, der jene heiße Leidenschaft entfachte, die in geiler Ekstase ihren Höhepunkt fand. Doch leider nicht für ihn und mich gemeinsam. Zuletzt lag ich wieder nur alleine in den Laken. Zwar um eine Entspannung reicher, aber nicht wirklich befriedigt.

Ich wusste, ich sollte nicht von einem Unbekannten schwärmen, zumal ich normalerweise nicht schüchtern bin. Unter stressfreien Bedingungen, wie sie nächtlich in einer Bar herrschen, hätte ich ihn bestimmt längst angesprochen. Doch nach monatelangem Anhimmeln in der U-Bahn wäre es mir absolut peinlich gewesen, wenn ich mich ihm gegenüber äußern müsste. Vor allem weil es mir vorgekommen war, als ob auch er seinen Blick immer dann von mir nahm, wenn er merkte, dass ich hinsah. Das war mir nämlich im Spiegelbild der Fensterscheiben bereits öfter aufgefallen. Egal. Ich träumte halt weiter und wartete, ob er den ersten Schritt unternehmen würde, obwohl ich nicht mehr warten wollte. Wenn er mich aber wirklich angequatscht hätte, wäre es mir vermutlich verdammt unangenehm gewesen. Mit Sicherheit wäre ich wie eine Untote im U-Bahn-Schacht auf Nimmerwiedersehen verschwunden und hätte mich im Dunkel des Tunnels in Luft aufgelöst.

In der Station angekommen stand ich an jenem Tag auf, ging schnell an ihm vorbei und verließ die U-Bahn. Schon jetzt freute ich mich auf den kommenden Morgen mit unserer gemeinsamen Fahrt und hastete wie alle anderen ins Büro. Dort brauchte ich zuallererst einen Kaffee zur Beruhigung meines strapazierten Herzens. Nach einer halben Tasse schaute ich, was sich auf dem Schreibtisch und in meinem PC an Aufgaben stapelte. Ich begann mit der Arbeit und merkte nicht sofort, dass der Chef mich gerufen hatte.

Das Meeting hatte ich beinahe vergessen. Deshalb eilte ich fliegenden Schrittes in den Seminarraum mit den bodentiefen Fenstern, in dem ich so gerne saß, weil ich über ganz Wien schauen konnte, während ich mich langweilte. Da die Sonne schien, blendete mich im ersten Moment das grelle Licht, und ich bemerkte nicht auf Anhieb, dass mein angestammter Platz bereits besetzt war. Deswegen und weil ich sowieso schon zu spät dran war, setzte ich mich schnell auf den danebenstehenden Stuhl, ohne mich lange umzusehen.

Der Chef begann mit seiner Rede. Nach einer kurzen Verschnaufpause mit geschlossenen Augen blickte ich mich um und beobachtete die Hände, die neben mir an einem Kugelschreiber nestelten. Von irgendwoher kamen sie mir bekannt vor. Doch ich konnte sie nicht sofort zuordnen. Als der Chef gleichzeitig von einem neuen Mitarbeiter sprach und sich der Mann neben mir erhob, gönnte ich dem Neuen einen Blick. Ich erstarrte.

Nicht nur die Hände mit den gepflegten Fingernägeln und den unglaublich langen Fingern, gerade in der Festigkeit, die ich an Männerhänden liebte, sondern auch der Duft erinnerte mich an etwas. Ich merkte, wie ich auf Anhieb schneller atmete. Ich spürte, wie sich eine Erregung in mir breitmachte, die mich in den letzten Monaten öfter heimgesucht hatte. Immerhin teilte ich meine einsamen Nächte längst in Gedanken mit genau diesem Mann. Einem, der mich nur durch seinen Anblick über alle Maßen erregte und auf den ich mich jeden Tag wieder freute.

Mein U-Bahn-Unbekannter stellte sich kurz vor und ich musste, zumal ich neben ihm saß und er stand, genau auf seinen Schritt starren. Als mir das bewusst wurde, räusperte ich mich unwillkürlich und heftete den Blick an meinen gegenübersitzenden Kollegen. Der hatte meine Unsicherheit bemerkt, weil er breit grinste. Mit rotem Gesicht klatschte ich wie die anderen Beifall, um den Neuen willkommen zu heißen. Alles Weitere durfte zum Glück noch ein wenig warten. Zumindest bis nach dem Meeting. Denn ausgerechnet ich sollte ihn in unsere Büros einführen. Sozusagen.“

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Lieber Klaus als Nikolaus – ein humorvoll romantischer Liebesroman

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Montagsregen:

Regen klatscht ans Bürofenster wie die Fliegenklatsche auf des Juniors Pobacke. Ich betrachte die Tropfen, wie sie an der Scheibe klebend anschwellen, sich lösen, sich mit anderen Tropfen vereinigen, um sich dann auf die Reise ins Ungewisse des ewigen Wasserkreislaufes zu begeben. Was sie wohl erleben werden? Vorerst bilden sie ein Rinnsal an der Scheibe. Über das Fensterbrett tropfen sie nach unten und versprengen sich auf den Gehsteig prallend in winzige Teilchen, nur um sich abermals den nächstbesten Lover zu suchen, sich mit ihm zu vereinigen und in einem großen Ganzen letztendlich im Kanalgitter ihrem Schicksal entgegenzufließen. Wenn die Sonne sie nicht vorher frisst oder irgendein Tier – sei es eine Kanalratte oder eine Forelle in der Donau – sie säuft, landen die verliebten Regentropfen bestimmt im Meer und streicheln im Sommer über nackte Haut. Sie umspielen die Badenden überall dort, wo sich nicht diese winzigen Luftbläschen in der Nische der Körperbehaarung bilden und tragen in gemeinsamer Kraftanstrengung die Körper der Schwimmenden. Oder verstopfen die Ohren der Tauchenden, bis dumpfe Wahrnehmung den Ohrgangwasserträger veranlasst, sich entweder mit dem Finger des Wassers zu entledigen oder auf einem Bein hüpfend, den Kopf geneigt, die ehemaligen Regentropfen meiner Bürofensterscheibe in den nahezu kochenden Sand zu schütteln, wo sie mit einem nicht vernehmbaren Zischlaut in die Atmosphäre auffahren, wie Jesus in der Volksschule auf dem Zeichenblatt, wo man nur die Zehen am oberen Rand, des ansonsten weißen Blattes erblickt. Jeder Tropfen trägt die Unendlichkeit in sich und ist doch nichts als Wasser. Ich möchte Strandgeflüster und männliche Sonnencremehände auf meinem Rücken, muss aber tippen. Ja, Herr Mayer, nein, Frau Müller, bitte sehr, Herr Schmiedt, und danke sehr, Frau Lang. Sekretärinnendasein am Tag nach dem Wochenende. Einem Wochenende mit viel freundschaftlicher Liebe, aber ohne den von mir angehimmelten Lieblingsmann. Die Weihnachtsmannmütze schützt bestimmt vor Sonnenstich, mich aber nicht vor Herzsausen. Denn sie bereitet es mir.
Mia blickt verschmitzt auf, als der Juniorchef unser Büro betritt und devot nach dem Stand der Unterschriftenmappe fragt. Beim Wort „Stand“ fällt mir neben dem Sonnenschirm am Strand und dem Punschstand auf dem Weihnachtsmarkt ein, dass Frauen einen eindeutigen Stand auf Männer haben können, der Stand der Männer aber zweideutig ist.
„Ein wenig müssen Sie sich noch gedulden, wir arbeiten daran.“ Mia blickt ihn trotz ihrer Sitzposition auf dem Bürostuhl von oben herab an.
Ich bilde mir nicht ein, dass er über seine Lippen leckt und für einen Moment nervös wird. Sein Blick heftet sich augenblicklich auf Mias rot lackierte Fingernägel. Sie hebt die rechte Hand von der Tastatur, streicht mir der Acrylspitze ihres Mittelfingernagels über ihre Unterlippe und beißt genüsslich in die Fingerspitze. Dabei blickt sie in seinen Schritt. Länger als nötig bleibt er stehen. Als Person in unserem Büro klarerweise und nicht als Anhängsel seines Gehirns zwischen den Beinen. Oder doch?
Er räuspert sich. „Ich kann warten.“ Davon bin ich überzeugt, denn das ist ja seine Aufgabe bei Barbara. Doch so schnell wie er gekommen ist – ich verwende hier absichtlich das Wort „kommen“ und nicht „erscheinen“ -, verschwindet er zur Tür hinaus.
Mia lacht. Ich schüttle den Kopf und rolle mit den Augen, betrachte noch einmal die Regentropfen, träume für einen Moment vom Meer und einer Weihnachtsmannmütze und schreibe weiter. Die Buchstaben fließen wie von selbst nach den Worten, die mir das Diktiergerät ins Ohr flüstert, in den PC und vereinigen sich zu Hauptsatzreihen, Satzgefügen und Texten wie die Regentropfen an der Scheibe sich aneinander ketten, um schließlich in der Syntax des Meeres zu landen.

Erhältlich als Taschenbuch oder als E-Book.

 

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Liebe trägt rote Schuhe – sinnlicher Liebesroman

Liebe trägt rote Schuhe Cover

Liest sie richtig? Er bietet ihr einen Segeltörn an? Ihr? Sie hat diesen Mann noch nie in Wirklichkeit gesehen und jetzt das? In ihrem Kopf bricht der Sturm los. Sie fühlt sich wie auf hoher See in einem schaukelnden Ruderboot. Ein fremder Mann. Allein mit ihm auf dem Schiff. Mitten auf dem Meer. Sie will sich ihm nicht ausliefern! Nicht einem Unbekannten!
„Puh! Damit habe ich nicht gerechnet. Das muss ich mir überlegen, sei nicht böse, wenn ich nicht sofort zusage. Darüber muss ich nachdenken!“ Hat sie diplomatisch genug geantwortet? Denn eigentlich will sie genau das: einen Segeltörn mit ihm. Und Abenteuer.
„Kein Problem. Du weißt, dass wir uns in ein paar Tagen sehen. Ich wollte dich vorher fragen, damit du in Ruhe überlegen kannst. Beim Treffen hätte ich gerne deine Antwort, denn ich fahre in gut einer Woche. Glaube mir, ich würde dich nicht einladen, wenn ich nicht wüsste, dass du diese Woche mit mir nicht genießen wirst. Ich denke, wir beide passen perfekt zusammen.“
„Wenn du so überzeugt davon bist, dann glaube ich dir. *lach* Trotzdem. Zuerst möchte ich dich sehen und dann entscheide ich mich. Danke für die Einladung. Sie ist sehr verlockend. Einen Segeltörn habe ich bis jetzt noch nie gemacht. Das reizt mich. Doch wie gesagt, zuerst möchte ich dich sehen, damit ich abschätzen kann, worauf ich mich einlasse.“
„Auf mich, meine Liebe! Auf mich lässt du dich ein! Freu dich drauf! Ich tue es nämlich schon! Du bist meine Traumfrau! Ich muss ständig dein Bild ansehen! Du gehst mir nicht mehr aus dem Kopf! Überleg es dir bitte! Ich würde mich riesig freuen! Bis bald! Ich muss weg! Ciao!“
Sabine träumt von weißen Stränden, Sonne und Meer und genauso von Mord, Zwangsprostitution und Sklavenhaltung.
Am nächsten Tag erzählt sie Mona davon. Mit einem völlig Unbekannten aus einem Chat eine Woche ins Ausland und dann noch auf ein Segelboot, das findet selbst Mona krass.
Am Dienstagvormittag fahren Mona und Sabine zum Date. Die Kinder sind in der Schule, Zart69, der in Wirklichkeit Robert heißt, fährt extra von Wien aufs Land. Das gleiche Kaffeehaus, die gleichen Tische. Schön langsam werden sie Profis, sagen die Freundinnen und klatschen alle Fünfe ab, bevor sie die Positionen einnehmen. Was sich die Kellnerin denkt? Das ist heute kein Problem, diesmal ist es eine andere.
Es dauert, bis ein Mann das Lokal betritt. Sabine erkennt Robert auf Anhieb. Mona nickt lächelnd, Sabine merkt das nicht. Sie starrt Robert an und nimmt jede Kleinigkeit von ihm wahr, hingegen nichts um sich herum. Sein Lächeln, das Blitzen seiner Augen. Er! Endlich sieht sie ihn. Ihren Traummann! Robert beugt sich zu ihr runter und küsst sie auf die Wange.
„Mehr folgt, wenn wir miteinander gesprochen haben.“ Er zwinkert ihr zu, sie lächelt zurück. „Du trinkst Kaffee? Ich schließe mich dir an, wenn ich darf“, sagt er und bestellt.
Sabine weiß nicht so recht, was sie sagen soll. Diesmal ist sie diejenige, die schüchtern ist.
„Du gefällst mir außerordentlich gut“, sagt Robert mit einem Blick, der anerkennend über Sabines Gesicht und Körper streicht.
Sabine ist das im Moment absolut nicht unangenehm, auch wenn sie wegen ihrer Figur Komplexe hat.
„Danke!“, sagt sie wortkarg, damit sie etwas sagt. Sie ärgert sich über sich selbst.
Ihr Gehirn und die Hormone arbeiten auf Hochtouren. Sabine muss die Gedanken und Gefühle ordnen, die er in ihr auslöst. Ob er ihr Traummann ist? Die Frage kreist in ihrem Kopf.
„Dann steht unserem Ausflug nichts im Wege! Ich hoffe, du hast dir Urlaub nehmen können? Ich finde dich ausgesprochen sympathisch! Ich kann mir auf Anhieb vorstellen, mit dir eine Woche zu verbringen. Wenn es nicht funktionieren sollte, steht es dir jederzeit frei, mit dem nächsten Zug nach Hause zu fahren. Allerdings glaube ich nicht, dass wir uns streiten.“ Er lächelt sie milde an.
Sie räuspert sich verlegen. „Ich finde es ein Wagnis, wenn ich mit dir wegfahre. Ich kenne dich kaum. Woher weiß ich, dass ich dir vertrauen kann?“ Obwohl sie am liebsten sofort zustimmen würde, hält sie sich zurück. Die Angst hemmt sie, doch die Schmetterlinge flattern freudig herum.
Robert kramt in seinem Sakko und holt seinen Pass und den Führerschein hervor. „Hier schau, ich habe keine Geheimnisse vor dir. Sieh dir das in Ruhe an, das sind mein Name und meine Adresse. Ich hoffe, dass dich das etwas beruhigt. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn du mitkommst. Alleine macht mir das Segeln keinen Spaß.“
Sabine kontrolliert den Führerschein und den Pass genau. Es stimmt tatsächlich. Er heißt Robert Fiala und wohnt in Wien Döbling. Mona hebt den Daumen. Das gilt als Zustimmung. Sabine gibt ihm die Papiere zurück, dabei fasst er ihre Hand und streicht über ihren Handrücken.
„Im Ernst, Sabine, glaub mir, ich gehe ebenfalls ein Risiko ein. Du könntest sonst was mit mir anstellen, wenn ich schlafe. Ich muss zugeben, ich habe noch nie so lange mit einer Frau geschrieben, ohne sie zu treffen. Ich bin an dir interessiert. Und ich finde, es wäre eine ideale Möglichkeit, dass wir uns noch besser kennenlernen. Es geht mir jetzt nicht vorrangig um Sex. Du musst keine Angst haben. Aber wenn wir uns gut verstehen, kann ich mir das vorstellen. Ich gebe zu, deine Hand passt perfekt in meine.“
Robert sieht ihr tief in die Augen. Sie ist es nicht gewohnt, so intim mit einem Mann da zu sitzen, und schämt sich ein bisschen. Trotzdem tut es gut. Ihre Gefühle tanzen Tango. Was soll sie ihm antworten? Sabine lässt sich Zeit. Vorerst genießt sie die Zärtlichkeiten an ihrer Hand und den Fingern und nimmt erstaunt wahr, dass es sich angenehm anfühlt. Seine Blicke berühren sie tief im Inneren. Diese dunklen Augen können nicht lügen. Robert wechselt den Platz von gegenüber auf die Bank, um neben Sabine zu sitzen. Er legt den Arm um ihre Taille und sieht sie an. Mit der anderen Hand fasst er ihr Kinn, dreht ihr Gesicht zu sich und küsst sie zart auf die Lippen. Dann löst er sich von ihr und sie blickt in seine Augen. Sanft deuten sie ihr an, dass er es ehrlich meint. In Sabine flattern tausende Schmetterlinge. Sie seufzt. Robert küsst sie wieder. Diesmal intensiver. Sabine hält sich an seiner Hand fest und lässt es geschehen.
Mona grinst in sich hinein. Den Mann findet sie sympathisch. Und Sabine soll, wenn schon nicht mehr als ein Segeltörn daraus wird, zumindest einmal ihren Spaß haben. Er ist der Richtige, um Sabine zu zeigen, wie schön die Liebe und der Sex sein können.
„Du schmeckst verführerisch“, flüstert Robert Sabine heiser ins Ohr, um sie dahinter zu küssen und daran zu knabbern.
Gänsehaut kribbelt ihren Körper entlang. Es ist wunderbar, geküsst und zärtlich berührt zu werden. Es ist Ewigkeiten her, dass sie das gefühlt hat und in Wahrheit hat sie das noch nie so richtig getan. Alles Erlebte war nichts gegen jetzt. Jetzt sind da Gefühle. Schmetterlinge. Sinnlichkeit. Sehnsucht. Sie genießt seine Nähe, seine Wärme. Ihn. Einfach ihn.
Robert ist einer, der weiß, wie man mit Frauen umgeht. Robert ist gut aussehend und sympathisch. Robert ist klug. Robert ist zärtlich. Robert ist er. Robert hat das Date-Roulette gewonnen, soviel ist sicher.
Schließlich lässt er von ihr ab und fragt sie: „Und? Konnte ich dich jetzt überzeugen, dass wir beide wie füreinander gemacht sind?“
„Ob wir füreinander gemacht sind, kann ich dir jetzt noch nicht sagen. Das würde sich vermutlich nächste Woche herausstellen. Ich werde dir in den nächsten Tagen sagen, ob ich mit dir mitkomme.“
Dass sie überhaupt noch einen klaren Gedanken fassen kann, wundert Sabine selbst. Bei ihm fühlt sich alles wunderbar an. Er ist behutsam, zärtlich, einfühlsam. Sie nimmt sich als angenommen und gehalten wahr. Er ist stark.
„Das freut mich! Vor mir brauchst du keine Angst haben. Zu unserem Treffen hast du dich getraut. Und ich habe dir nichts getan, zumindest nichts, was du nicht wolltest. Ich bin froh, dass wir uns endlich sehen!“ Er lächelt und streichelt über ihren Rücken.
„Jetzt, wo ich deinen Namen und deine Adresse kenne, sollte es kein Problem sein. Ich vertraue dir. Wenn ich mitfahre, werde ich mich jeden Tag bei meiner Freundin melden, falls sie nichts von mir hört, wird sie die Polizei benachrichtigen.“ Sabine blickt ihn herausfordernd an.
„Oha! Polizei! Die wirst du nicht brauchen. Du hast mich, ich beschütze dich vor den bösen Ungeheuern in den fremden Ländern. Keine Angst! Ich bin ein tapferer und kühner Ritter.“
Sabine lacht über den Scherz, trotzdem bleibt Misstrauen. Ob sie das Abenteuer tatsächlich wagen soll?
Mona widmet sich beruhigt und diskret einer Zeitschrift und nuckelt an ihrem Cappuccino. Eine Zeit lang bleiben Sabine und Robert noch im Kaffeehaus und reden über dies und das und darüber, was Sabine auf die Reise mitnehmen soll. Dabei küssen sie sich immer wieder, bis sie sich verabschieden. Robert geht so, wie er gekommen ist, die anwesenden Frauen sehen ihm hinterher.
Als Mona sicher ist, dass er nicht mehr zurückkommt, setzt sie sich zu Sabine.
„Und? Fühlst du Schmetterlinge?“
„Oh Gott! Was das noch wird?“
„Und fährst du mit?“

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NACKT NASCHEN

Nackt Naschen

Post für dich

Nur das Ticken der Uhr war zu hören. Ich saß an meinem Tisch und starrte auf die Tischdecke, die mir Oliven und Weinreben zeigte. Bedächtig wanderte mein Blick die Ranken entlang. Immer und immer wieder. Das Summen einer Fliege unterbrach diese Prozedur. Ausgerechnet auf einer Olive nahm sie Platz. Erst auf den zweiten Blick merkte ich, dass es sich um zwei Fliegen handelte. Eine saß wie festgeklebt auf der anderen. Ich schaute ihnen zu und dachte an mein Liebesleben, oder an das, was mein Liebesleben sein sollte. Wieder einmal stellte ich fest, dass ich keines hatte. Der letzte Sinnesrausch mit einem Mann lag so viele Jahre zurück, dass ich mich nur noch dunkel an das Geschehen erinnerte. Meine Liebe galt zeitlebens der Arbeit. Mir blieb kein Raum, mir einen Partner zu suchen. Ich brauchte auch keinen. Solange ich in meinem heißgeliebten Büro saß und arbeitete, fehlte mir nichts. Jetzt starrte ich auf die Fliegen und mir wurde bewusst: Sogar Insekten leben besser als ich. So hatte ich mir den Lebensabend nicht vorgestellt. Einsam, leer und lustlos.

Noch immer stand ich zeitig am Morgen auf, nur um täglich aufs Neue festzustellen, dass ich in der Firma nicht mehr benötigt wurde. Morgentoilette. Ich hatte mir angewöhnt, dafür alle Zeit der Welt zu brauchen. Doch wie macht man das, wenn man gewohnt ist, sich rasend schnell zu perfektionieren, um möglichst früh das Haus zu verlassen? Nicht einmal die Langsamkeit in all meinen morgendlichen Tätigkeiten konnte mich vor der gähnenden Leere des Daseins schützen. Vormittags verließ ich das Heim regelmäßig, um einzukaufen. Doch auch das verringerte kaum das große Zeitguthaben, das mir täglich zur Verfügung stand. Ich wollte nicht Lebensmittel anhäufen – was ich mir nebenbei bemerkt leicht leisten konnte – nur um beschäftigt zu sein. Das widersprach meiner Ethik. Aber nicht nur das, ebenso das Kaufen von Kleidern, von Möbeln, von Dingen, die man sowieso nicht braucht, widerstrebte mir. Wenn ich mir einen Kaffee in der Öffentlichkeit gönnte, trank ich ihn nahezu tropfenweise, nur um die Zeitspanne unter Menschen auszukosten, die ich nicht zuhause vor mich hinstarrend allein verbringen musste. Selbst das raubte ihr zu wenig davon. Sie blieb da, als ob ich sie für mich gepachtet hätte. Anderen fehlte sie, ich verfügte über ausreichend, wusste mir jedoch nichts mit ihr anzufangen. Bis ich mir erlaubte, ins weltweite Netz zu gehen.

Bewusst hatte ich mich dazu entschlossen, nicht den ganzen Tag im Internet herumzuhängen. Ich wollte in der wirklichen Welt leben. Doch mit wem? Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass ich als Rentnerin derart einsam sein könnte. Als ich die Fliegen, die weiß Gott wie in meine Küche gekommen waren, endlich draußen hatte, – ich konnte sie während ihres Liebesaktes nicht töten – öffnete ich den Deckel des Laptops und starrte wie jeden Tag auf das Display, um zu sehen, wie es sich hocharbeitet. Es störte mich nicht, dass das lange dauerte, nun hing ja nicht mehr meine Arbeitszeit davon ab. Zuerst las ich die Nachrichten, dann den Wetterbericht. Schließlich sah ich nach, ob meine Bestellung aus dem Online-Shop noch heute geliefert wird. Sie war unterwegs. Es konnte also nicht mehr ewig dauern, bis es an der Tür klingelte. Das tat es auch nicht. Fast wäre ich erschrocken über das Geräusch der Türglocke, das sich schrill in meine Gedanken bohrte. Bedächtig, um Zeit zu vergeuden, erhob ich mich und schlurfte zur Tür.

„Schönen Nachmittag, ich hätte hier ein Paket für Sie!“

„Dankeschön, ich habe schon darauf gewartet!“

„Es scheint Sie zu freuen, dass ich Ihnen es noch heute bringe, eigentlich ist es mein Letztes, Sie haben Glück, beinahe wäre ich erst morgen Früh bei Ihnen aufgetaucht, da die Straße zu Ihnen herauf gesperrt ist. Ich musste einen längeren Umweg in Kauf nehmen, wahrscheinlich ist sie jetzt auch noch nicht frei.“

Der Bote sprach freimütig heraus, während ich ihn beobachtete und feststellte, dass er fast meinem körperlichen Idealbild von einem jungen Mann entsprach. Schmale Hüften, muskulöser Rücken, zumindest zeichnete sich das unter den Jeans und dem Shirt ab. Seine Augen blitzten klug.

„Warum arbeiten Sie in diesem Beruf?“

Ich fragte ihn spontan. Vielleicht hatte er genug Zeit zu warten, die Straße würde noch eine Weile gesperrt sein. Er könnte mir aus seinem Leben erzählen. Ich wollte nicht alleine sein. Nicht heute auch schon wieder.

„Das ist eine gute Frage. Das ist allerdings eine etwas längere Geschichte.“

„Wenn Sie Zeit haben, könnten Sie die mir ja bei einem Kaffee erzählen? Die Straße ist noch länger zu. Sie machen sie erst nach Feierabend wieder auf. Dann könnten Sie sie zumindest beim Heimfahren benutzen. Was meinen Sie dazu? Gleichzeitig könnte ich mich bei Ihnen für Ihre extra Mühe bedanken.“

„Ein Kaffee wäre nicht schlecht. Da Ihr Paket das letzte für heute war, nehme ich das Angebot dankend an. Ich hoffe, ich störe Sie nicht bei irgendetwas?“

„Sie stören nicht, ich habe Zeit genug, kommen Sie doch! Ich lade Sie gerne ein.“

Ich bat ihn, mir in die Küche zu folgen, drückte auf die Taste der Kaffeemaschine und stellte die Tasse darunter. Kurz darauf verbreitete sich der angenehme Duft. Still und mich bei dieser Arbeit beobachtend saß er bei Tisch, wo ich zuvor mit Blick auf das Muster der Tischdecke meditiert hatte.

„Wohnen Sie hier ganz alleine oder ist Ihr Mann gerade unterwegs?“

„Ich wohne alleine, ich habe keinen Mann.“

„Das tut mir leid. Ich wusste nicht, dass …“

Ich unterbrach ihn: „Nein, nein, das muss Ihnen nicht leidtun, er ist nicht verstorben. Es ist nur so, ich war nie verheiratet. Das heißt, nie mit einem Mann. Auch nicht mit einer Frau. Ich weiß, das klingt jetzt dumm, aber ich war mit meiner Arbeit liiert. Und jetzt, wo ich nicht mehr gebraucht werde, was ich mir noch immer nicht in meinen Kopf will, lebe ich hier ganz allein.“

„Ach! Da müssen Sie ja einen anstrengenden Job gehabt haben?“

„Wohl kaum anstrengender als Ihrer, jedoch sehr zeitintensiv. Ich habe mich auch über das normale Maß hinaus mit meiner Arbeit beschäftigt. Aber egal. Erzählen Sie! Warum machen Sie diesen Job? Deswegen habe ich Sie ja schließlich hereingebeten.“

„Naja, eigentlich sollte ich nach dem Studium die Firma meines Vaters übernehmen. Nur, wenn ich sehe, wie viel Zeit er dort investiert, und wie viel für sein Privatleben übrig bleibt, kann ich gerne darauf verzichten. Ich bin ein Rebell. Ich brauche einen geregelten Job und ich möchte nicht über meine Arbeit in der Freizeit nachdenken müssen. Zumindest nicht in der Gegenwart. Was die Zukunft betrifft, bin ich offen.“

„Da kann ich Sie gut verstehen. Sehen Sie sich um! Zeit ist eines der kostbarsten Güter, die einem zur Verfügung stehen. Ich habe jetzt reichlich davon. Ich könnte Ihnen ein Stück, sogar ein großes, schenken.“

„Sie würden Ihre Zeit mit mir verbringen wollen?“

„Tun wir das nicht gerade?“

„So gesehen ja. Es stimmt. Wir verbringen gerade Zeit miteinander. So habe ich das noch nie betrachtet.“

Der junge Mann war mir von Anfang an sympathisch. Außerdem gefiel mir sein Äußeres perfekt.

„Haben Sie eine Freundin?“, fragte ich ihn und erst kurz danach wurde mir bewusst, warum ich das getan hatte. Ich mochte ihn und ich konnte mir mehr vorstellen.

„Im Moment lebe ich von der Hand in den Mund. Sozusagen. Manchmal allerdings wird auch etwas anderes in den Mund genommen.“

Scheu war er ja nicht, stellte ich schmunzelnd fest und grinste zurück. Er hatte anscheinend meine Gedanken erraten.

„Ich sollte das Paket öffnen. Hoffentlich ist das drinnen, was ich mir vorgestellt habe, sonst gebe ich es Ihnen gleich wieder mit.“

Der Überkarton ließ sich leicht öffnen und ich holte die bunt bedruckte Kartonage heraus. Seine Augen bekamen ein Strahlen, als er die Abbildung erblickte.

„Oha! Sie sind mir ja eine! Das hätte ich nicht gedacht.“

Ich riss den Karton vollends auf und hielt den Plastikpenis in der Hand. Wie lange hatte ich keinen Lebenden mehr gespürt? Hatte ich jemals einen in der Hand gehabt? Ich erinnerte mich nicht.

„Erschreckt es Sie, wenn Frauen in meinem Alter auch noch Lust haben?“

Ich wollte prüfen, wie er reagiert. Sein Grinsen verriet es mir.

Nackt naschen – erotische Liebesgeschichten von Lisa Diletta

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